Zu hoher Angebotspreis: Warum er den Immobilienverkauf erschwert

Viele Eigentümer starten mit einem zu hohen Angebotspreis in den Verkauf. Der Gedanke ist verständlich: Herunterhandeln kann man ja immer noch. Doch genau diese Strategie kostet in der Praxis oft Zeit, Nerven und am Ende Geld.

Gerade für Eigentümer und Erbengemeinschaften ist der Preis ein heikles Thema. Oft hängen Erinnerungen am Haus, oder mehrere Erben haben unterschiedliche Vorstellungen. In diesem Beitrag zeigen wir, warum ein überhöhter Angebotspreis den Verkauf bremst. Und wir erklären, wie Sie Ihre Immobilie in Köln, Düsseldorf oder im Bergischen Land marktgerecht anbieten.

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Warum ein zu hoher Angebotspreis den Verkauf ausbremst

Beraterin zeigt einem Paar bei der Besichtigung eine Wohnung – Angebotspreis Immobilie realistisch festlegen - Quelle: Unsplash (Lizenz: Unsplash License)
Immobilienbesichtigung – Quelle: Unsplash (Foto: Vitaly Gariev)

Kaufinteressenten sind heute sehr gut informiert. Sie vergleichen Angebote auf mehreren Portalen und kennen die Preise in ihrer Wunschlage. Eine Immobilie, die deutlich über dem Markt liegt, fällt sofort aus dem Suchraster.

Die ersten Wochen entscheiden

Die meisten Anfragen kommen in den ersten vier bis sechs Wochen nach dem Verkaufsstart. In dieser Phase ist Ihre Immobilie neu und sichtbar. Passt der Preis nicht, verpufft diese Aufmerksamkeit ungenutzt.

Die Immobilie wird zum „Ladenhüter“

Bleibt ein Angebot monatelang online, fragen sich Käufer: Was stimmt mit dem Objekt nicht? Die lange Standzeit wird zum Makel. Selbst ein später korrigierter Preis wirkt dann wie ein Zeichen von Schwäche.

Folgen eines überhöhten Angebotspreises für Eigentümer

Ein zu hoher Angebotspreis hat nicht nur eine längere Vermarktung zur Folge. Er wirkt sich auf mehrere Ebenen aus:

Weniger Besichtigungen
Passende Käufer sehen Ihr Angebot gar nicht erst, weil es außerhalb ihres Budgets liegt.
Schwache Verhandlungsposition
Nach jeder Preissenkung erwarten Käufer weitere Zugeständnisse.
Finanzierungsprobleme
Banken bewerten die Immobilie selbst. Liegt der Kaufpreis deutlich darüber, fehlt dem Käufer oft Eigenkapital.
Laufende Kosten
Grundsteuer, Versicherung, Heizung und Instandhaltung fallen weiter an. Bei Erbengemeinschaften wächst zudem der Abstimmungsbedarf.
Rotes Hausmodell mit Schlüssel und Taschenrechner – Verkaufspreis einer Immobilie kalkulieren - Quelle: Unsplash (Lizenz: Unsplash License)
Verkaufspreis kalkulieren – Quelle: Unsplash (Foto: Jakub Żerdzicki)

Praxisbeispiel: Ein Einfamilienhaus im Bergischen Land

Praxisbeispiel · typischer Fall, vereinfacht

Typischer Fall, vereinfacht dargestellt: Eine Erbengemeinschaft bietet ein Einfamilienhaus in Bergisch Gladbach an. Der Marktwert liegt bei etwa 520.000 Euro. Weil ein Miterbe mehr erwartet, startet das Angebot bei 610.000 Euro.

Es folgen wenige Besichtigungen und keine ernsthaften Angebote. Nach neun Monaten wird der Preis zweimal gesenkt. Verkauft wird schließlich für rund 495.000 Euro – also unter dem ursprünglichen Marktwert. Hinzu kommen fast ein Jahr laufende Kosten.

Mit einem marktgerechten Start wäre ein Verkauf nahe am Marktwert in wenigen Monaten realistisch gewesen. Solche Verläufe sehen wir in unterschiedlichen Varianten immer wieder.

So finden Sie den richtigen Angebotspreis für Ihre Immobilie

40+
Jahre Erfahrung
Ein realistischer Preis ist kein Verzicht. Er ist die Grundlage für eine gute Verhandlung. Dr. Vossieck bringt als Bauingenieur über 40 Jahre Erfahrung in Bau und Bewertung von Immobilien mit. Wir betrachten deshalb nicht nur Lage und Vergleichspreise, sondern auch die Bausubstanz.
Vergleichswerte prüfen
Tatsächlich erzielte Preise sind aussagekräftiger als Angebotspreise auf Portalen.
Bodenrichtwert einbeziehen
Er zeigt den Wert des Grundstücks ohne Gebäude.
Bauzustand ehrlich bewerten
Dach, Fenster, Heizung und Feuchtigkeit beeinflussen den Preis spürbar.
Zielgruppe festlegen
Wer kauft diese Immobilie realistisch – und welches Budget hat diese Gruppe?

Wie Bodenrichtwert und Verkehrswert zusammenhängen, erklären wir ausführlich in einem eigenen Beitrag. Wenn mehrere Erben beteiligt sind, lohnt sich außerdem ein Blick auf unseren Artikel Erbengemeinschaft: Grundstück verkaufen ohne Streit.

★ Tipps

Tipps-Box: Preisstrategie in 5 Schritten

  • ✓Lassen Sie den Marktwert vor dem Verkaufsstart unabhängig einschätzen.
  • ✓Legen Sie gemeinsam mit allen Eigentümern eine Preisuntergrenze fest.
  • ✓Starten Sie mit einem Preis, der knapp am Marktwert liegt.
  • ✓Werten Sie nach vier bis sechs Wochen Anfragen und Besichtigungen aus.
  • ✓Vermeiden Sie viele kleine Preissenkungen – sie schwächen Ihre Position.

Häufige Fragen zum Angebotspreis

Wie viel Verhandlungsspielraum sollte im Angebotspreis stecken?

Ein kleiner Spielraum von wenigen Prozent ist üblich. Liegt der Preis jedoch deutlich über dem Marktwert, melden sich viele passende Käufer gar nicht erst.

Wann ist eine Preissenkung sinnvoll?

Wenn nach sechs bis acht Wochen kaum Anfragen kommen, stimmt meist der Preis nicht. Dann ist eine einmalige, klare Anpassung besser als mehrere kleine Schritte.

Reicht eine Online-Bewertung für den Angebotspreis?

Online-Rechner liefern eine grobe Orientierung. Bauzustand, Grundriss und Besonderheiten des Grundstücks erfassen sie jedoch kaum. Dafür ist eine Besichtigung durch einen Fachmann nötig.

Was tun, wenn sich die Erben beim Preis nicht einig sind?

Eine neutrale Bewertung schafft eine sachliche Grundlage. Sie hilft, Emotionen aus der Diskussion zu nehmen und eine gemeinsame Preisstrategie festzulegen.

Paar unterschreibt einen Kaufvertrag am Tisch – Immobilie zum marktgerechten Preis verkaufen - Quelle: Unsplash (Lizenz: Unsplash License)
Kaufvertrag unterschreiben – Quelle: Unsplash (Foto: Annika Wischnewsky)
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Fazit: Der richtige Preis verkauft – nicht der höchste

Ein zu hoher Angebotspreis kostet selten nur Zeit. Häufig führt er zu einem niedrigeren Verkaufserlös. Wir ermitteln mit Ihnen einen Preis, der zum Markt und zu Ihrer Immobilie passt. Sprechen Sie uns an – unverbindlich und persönlich.

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